10. – 31. Juli 2018 – ihr habt kein Lebenszeichen von uns gehört

Dienstag, 10. Juli um 8:00 ging es weiter. Beide Umzugsjungs haben im Truck geschlafen und nach einer Dusche und Frühstück ging es für die beiden an insgesamt 7,5 m Schrankaufbau und ein zerlegtes Klappbett musste wieder zusammen gebaut werden. Danach gab es ein Mittagessen und der Inhalt vom Hänger wurde geholt. Wie schon Thorsten in einem Kommentar schrieb, gibt es davon keine Fotos. Die Jungs sind mit der leeren Zugmaschine zum abgestellten Hänger gefahren und haben unsere restlichen Sachen vom Hänger in die Zugmaschine umgeladen, da sie niemals mit dem Hänger zusammen durch die letzte enge Kurve gekommen wären, war es die einzige Alternative. So sind alle Gartenmöbel, Gartenzeug, Fahrräder und Grill sicher bei uns angekommen. Am frühen Nachmittag war dann alles vollbracht und die Jungs sind hupend vom Hof gerollt – was man weit über das Wasser gehört hat. Nun wussten alle Nachbarn Bescheid: Rocky & Family are in town

Da standen wir nun…..mit all unseren Möbel und unzähligen Kartons, die anscheinend so wie befürchtet nicht auf der Fähre untergegangen sind.

Auch wenn wir schon von @Ulla-Kind getröstet wurden, dass Rom nicht über Nacht erbaut wurde Redensart empfanden wir jedoch diese Umzugskisten als unzumutbar und wir hätten lieber Rom erbaut. Mit jeder ausgepackten Kiste wurde das geordnete Chaos nur unkontrollierter. Es sah zeitweise aus als hätte eine Bombe eingeschlagen und man fand nichts mehr und der Alltag wie kochen, waschen, einkaufen und ein sauberes Bett und Bad mussten auch sein, allein schon aus dem Grund, dass Thorsten wieder täglich ins Büro mit einem ordentlichen Hemd musste.

Die neue Mission war geboren:

3 Monate wurde mit aller Sorgfalt in Ainhofen gepackt

(übrigens; die Umzugsjungs fragten uns, wer denn unsere Sachen so verpackt und beschriftet hat, da sie in all den Jahren so etwas noch nie gesehen haben)

 Man fragt sich, ob dieses als Kompliment gesagt wurde oder wurde es gar als Arbeit einer Wahnsinnigen gesehen ???

und in nur 3 Wochen sollte kein Karton mehr im Haupthaus stehen!

Es wurde von morgens bis spät in die Nacht geschuftet, ausgepackt, sortiert, eingeräumt und der unzählige Müll so oft mittels Hänger entsorgt. Wir kamen in den drei Wochen an unsere Grenzen. Erschöpfung hat Alexandra ihrem Körper verboten und immer wieder an die Berliner Trümmerfrauen gedacht, dessen Gene sie immer noch zu kleinen Teilen in sich hat. Thorstens gleichzeitige Belastung mit dem Büro ging schon an die Schmerzgrenze, eigentlich konnte man sagen, wir hatten zeitweise Irland und den Umzug satt. Wer kam eigentlich auf die irre Idee hierher zuziehen?

Aber  mit jedem Tag und jeder abgefahrener Ladung Müll wurde es besser, das Gefühl der Freude kam wieder und so schafften wir Zimmer für Zimmer wieder mit Ordnung, Sauberkeit und sogar Harmonie zu gestalten.

Wie sagte @Johanna immer: Es muss erst hässlich sein um schön zu werden. Oh wie recht du hast!

Oder Thorsten verglich unser Haus mit einer Homöopathie Behandlung: erst kommt es zu einer Verschlimmerung, dann erst folgt die Heilung bzw. das Ordentliche durch.

In der Erklärung für Rom heißt es: und weil dieser Entstehungsprozess so lange dauerte, verweisen wir noch immer auf Rom, wenn wir sagen wollen, dass es manchmal seine Zeit braucht, bis etwas Schönes fertig wird.

Derrymacstur ist Gott sei Dank nicht Rom!

 

Bis gestern Nacht wurde noch geräumt und ausgepackt. Es sind nach drei Wochen nur noch 4 Kartons im Haupthaus, mit Fotoalben übrig, aber diese haben leider noch keine Schublade in denen sie abgelegt werden können. Ihre Unterbringung wird erst noch vom Hausherrn persönlich gezimmert. Ansonsten sind zwar alle Kartons verschwunden und schon viele Bilder an den Wänden, aber einiges muss noch erledigt werden.

Das Nebengebäude unten und oben sieht leider noch schlimm aus und auch die Werkstatt muss noch eingerichtet werden. à Da streben wir mal ende August an ;-))

So – nun wird es aber auch einmal Zeit sich besonders beim irischen Wetter zu bedanken. Wie schon beim einladen und ausladen und all den Tagen, an denen wir die Terrasse genutzt haben um Dinge zwischen zuparken und unseren Verpackungsmüll zu stapeln, hat uns das irische Wetter immer mit Wärme und Sonne verwöhnt. Wir reden jetzt nicht von der Wahnsinnigen Hitze in Deutschland, die uns hier erspart bleibt, aber die Iren reden jetzt schon von einer Hitzewelle. @Ireland Weather Danke für die trockenen* Auspackstunden und die Möglichkeit auf der Terrasse zu essen, da der Esszimmertisch zeitweise vollbeladen war und nicht genutzt werden konnte.

*Anmerkung der Redaktion: Heute, am 1. August gießt es wie aus Eimern und die Welt scheint unter zugehen oder wie der Engländer sagt; it´s raining cats und dogs – apropos Hund, der pennt.

Am Wochenende kommt uns der erste Besuch ins Haus und wir drei freuen uns ganz doll auf Sarah-Sophia und ein absolut freies Bank Holiday Wochenende mit ihr. Es wird das erste arbeitsfreie Wochenende! Vielleicht schaffen wir es auch das erste Mal, nach vier Wochen seit der Ankunft hier, uns eine neue Stadt anzusehen, ohne in Baumärkten und Lebensmittelgeschäften die Zeit zu vertreiben. Denn außer Läden solcher Art und dem Recyclinghof haben wir hier noch nichts gesehen. Es wird Zeit unsere neue Heimat zu erkunden.

9 Kommentare

  1. Frischgebackenen Müttern sagt man , dass der Haushalr nicht sofort perfekt sein muss. Das gilt auch für frisch nach der Immigration. Gönnt euch ein paar schöne Tage mit der , die in Deutschland blieb. Und danach noch ein paar Tage im Liegestuhl mit Blick auf die Schafe.

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  2. Das Mobiltelefon Grant wurde diese Woche endgültig bewiligt. Der Testflug mit Veiti in die USA hat auch wunderbar geklappt. Also freut euch auf die bucklige Verwandtschaft im Herbst! Wir freuen uns schon riesig!

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